Stauraum unter dem Standwaschbecken clever maximieren

· von Pablo Sanz · 3 Min. Lesezeit

Stauraum unter dem Standwaschbecken clever maximieren

Warum ist das Standwaschbecken eine organisatorische Herausforderung?

Normale Waschbeckenunterschränke sind für schwebende oder flache Waschbecken gedacht, bei denen ein dünnes Siphonrohr genügt. Die massive Säule eines Standwaschbeckens dagegen frisst Bodenfläche und läuft meist unregelmäßig nach unten breiter aus. Ein Standardmöbel bündig an die Wand zu schieben, wird da schnell zur Geduldsprobe.

Die Folge kennt fast jeder: Der Bereich bleibt leer, während sich Föhn, Cremetiegel, Handtücher und Putzmittel auf dem schmalen Beckenrand oder irgendwo anders im Bad stapeln. Dabei lässt sich diese Fläche mit ein paar durchdachten Kniffen durchaus sinnvoll nutzen.

Clevere Möbel-Lösungen für Waschbecken mit Säule

Spezielle Waschbeckenunterschränke (U-Form)

Im Baumarkt um die Ecke findet man sie selten, aber es gibt sie: Unterschränke, die genau für dieses Problem entwickelt wurden. Ein Waschbeckenunterschrank für Säulenwaschbecken hat oben den üblichen Siphonausschnitt, zusätzlich aber eine breite, halbrunde Aussparung in Bodenplatte und Rückwand, die um die Säule herumgreift.

Maßgefertigte Rollwagen und schmale Regale

Wer keine festen Möbel mag, greift zu passgenauen Rollwagen. Diese schmalen Regalwagen aus pulverbeschichtetem Metall oder feuchtigkeitsresistentem Bambus lassen sich links und rechts der Säule aufstellen und beim Wischen des Bodens mit einem Handgriff zur Seite schieben. Auf zwei oder drei Ebenen finden Körbe, Toilettenpapiervorräte und die täglichen Pflegeprodukte problemlos Platz.

Flexible Organisation: Offene Aufbewahrungssysteme

Wer auf klobige, geschlossene Schränke verzichten will, fährt mit offenen Systemen oft besser. Sie lassen die leichte, schwebende Wirkung des Standwaschbeckens intakt und wirken nicht wie ein nachträglicher Fremdkörper.

DIY-Ideen und unkonventionelle Hacks

Manchmal hilft nur Improvisation. Zwei Hacks, die sich in der Praxis bewährt haben:

1. Der Waschbecken-Rock (Sink Skirt)

Was in den 1980er und 90er Jahren im Landhausstil populär war, ist gerade in textilen, modernen Varianten zurück. Ein feuchtigkeitsresistenter Stoff, per selbstklebendem Klettverschluss unter dem Beckenrand befestigt, verdeckt Säule und Stauraum dahinter komplett.

Dahinter verschwinden günstige Plastikregale, ein Putzeimer oder sogar eine kleine Spannstange für Sprühflaschen, unsichtbar für jeden Besucher. Kostet meist unter 20 Euro und macht optisches Chaos in Sekunden verschwinden.

2. Maßgefertigte, schwebende Holzablagen

Wer handwerklich geschickt ist, baut sich Regalböden, die exakt um die Säule herumgreifen. Zwei oder drei halbrunde Böden, mit unsichtbaren Trägern fest an der Wand verschraubt, machen aus totem Raum ein kleines architektonisches Detail. Streicht man das Holz im Wandton, verschmilzt die Konstruktion optisch fast komplett mit dem Raum.

Tipps für optische Ruhe im Badezimmer

Offener Stauraum am Boden kippt schnell ins Unordentliche. Ein paar Grundregeln helfen dagegen:

Fazit

Ein elegantes Standwaschbecken bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Stauraum. Mit U-förmigen Unterschränken, passenden Körben oder einem selbstgenähten Waschbecken-Rock lässt sich der schwierige Platz unter dem Becken sinnvoll füllen. Am besten: erst die Säule genau ausmessen, dann den eigenen Bedarf ehrlich einschätzen und schließlich die Lösung wählen, die zum Design des Bades passt. So bleibt die schlanke Optik erhalten, und im Alltag findet trotzdem alles seinen Platz.

#Badezimmer#Organisation#Platzsparend#Einrichtungsideen