Stauraum unter dem Standwaschbecken clever maximieren
Warum ist das Standwaschbecken eine organisatorische Herausforderung?
Normale Waschbeckenunterschränke sind für schwebende oder flache Waschbecken gedacht, bei denen ein dünnes Siphonrohr genügt. Die massive Säule eines Standwaschbeckens dagegen frisst Bodenfläche und läuft meist unregelmäßig nach unten breiter aus. Ein Standardmöbel bündig an die Wand zu schieben, wird da schnell zur Geduldsprobe.
Die Folge kennt fast jeder: Der Bereich bleibt leer, während sich Föhn, Cremetiegel, Handtücher und Putzmittel auf dem schmalen Beckenrand oder irgendwo anders im Bad stapeln. Dabei lässt sich diese Fläche mit ein paar durchdachten Kniffen durchaus sinnvoll nutzen.
Clevere Möbel-Lösungen für Waschbecken mit Säule
Spezielle Waschbeckenunterschränke (U-Form)
Im Baumarkt um die Ecke findet man sie selten, aber es gibt sie: Unterschränke, die genau für dieses Problem entwickelt wurden. Ein Waschbeckenunterschrank für Säulenwaschbecken hat oben den üblichen Siphonausschnitt, zusätzlich aber eine breite, halbrunde Aussparung in Bodenplatte und Rückwand, die um die Säule herumgreift.
- Tipp beim Kauf: Messen Sie nicht nur die Breite der Säule, sondern auch deren Tiefe bis zur Wand, am besten mit ein bis zwei Zentimetern Puffer. Die Aussparung muss großzügig genug sein, sonst wackelt das Möbelstück oder schließt nicht bündig ab.
Maßgefertigte Rollwagen und schmale Regale
Wer keine festen Möbel mag, greift zu passgenauen Rollwagen. Diese schmalen Regalwagen aus pulverbeschichtetem Metall oder feuchtigkeitsresistentem Bambus lassen sich links und rechts der Säule aufstellen und beim Wischen des Bodens mit einem Handgriff zur Seite schieben. Auf zwei oder drei Ebenen finden Körbe, Toilettenpapiervorräte und die täglichen Pflegeprodukte problemlos Platz.
Flexible Organisation: Offene Aufbewahrungssysteme
Wer auf klobige, geschlossene Schränke verzichten will, fährt mit offenen Systemen oft besser. Sie lassen die leichte, schwebende Wirkung des Standwaschbeckens intakt und wirken nicht wie ein nachträglicher Fremdkörper.
- Geflochtene Körbe: Große, weiche Körbe aus Seegras, Jute oder Rattan schmiegen sich fast wie von selbst an die Rundung der Säule. Ideal für aufgerollte Gästehandtücher oder Toilettenpapier, ganz ohne technischen Look.
- Transparente Acrylboxen: Für Make-up oder kleine Hygieneartikel eignen sich stapelbare Acrylboxen, die man seitlich der Säule auf dem Boden oder einem kleinen Podest platziert. Sie fallen kaum auf und passen in fast jedes moderne Bad.
- Gestufte Etageren: Eine schmale Etagere direkt neben dem Beckenfuß nutzt die Höhe statt der knappen Grundfläche und bietet Ablage für Seifenspender und gerollte Waschlappen.
DIY-Ideen und unkonventionelle Hacks
Manchmal hilft nur Improvisation. Zwei Hacks, die sich in der Praxis bewährt haben:
1. Der Waschbecken-Rock (Sink Skirt)
Was in den 1980er und 90er Jahren im Landhausstil populär war, ist gerade in textilen, modernen Varianten zurück. Ein feuchtigkeitsresistenter Stoff, per selbstklebendem Klettverschluss unter dem Beckenrand befestigt, verdeckt Säule und Stauraum dahinter komplett.
Dahinter verschwinden günstige Plastikregale, ein Putzeimer oder sogar eine kleine Spannstange für Sprühflaschen, unsichtbar für jeden Besucher. Kostet meist unter 20 Euro und macht optisches Chaos in Sekunden verschwinden.
2. Maßgefertigte, schwebende Holzablagen
Wer handwerklich geschickt ist, baut sich Regalböden, die exakt um die Säule herumgreifen. Zwei oder drei halbrunde Böden, mit unsichtbaren Trägern fest an der Wand verschraubt, machen aus totem Raum ein kleines architektonisches Detail. Streicht man das Holz im Wandton, verschmilzt die Konstruktion optisch fast komplett mit dem Raum.
Tipps für optische Ruhe im Badezimmer
Offener Stauraum am Boden kippt schnell ins Unordentliche. Ein paar Grundregeln helfen dagegen:
- Einheitliche Farben: Körbe und Boxen im gleichen Farbton wählen. Alles in Weiß, Grau oder sanften Naturtönen wirkt ruhig, ein bunter Mix dagegen schnell chaotisch.
- Minimalismus: Unter dem Waschbecken landet nur, was wirklich täglich oder wöchentlich gebraucht wird. Die XXL-Packung Toilettenpapier oder der Spezialreiniger für einmal im Jahr gehören woanders hin.
- Reinigungsfreundlichkeit: Der Bereich nah am Boden zieht Staub und Haare magnetisch an. Deshalb lieber abwischbare oder leicht anhebbare Boxen wählen statt empfindlicher Stoffkörbe, die direkt auf den Fliesen liegen.
Fazit
Ein elegantes Standwaschbecken bedeutet nicht automatisch Verzicht auf Stauraum. Mit U-förmigen Unterschränken, passenden Körben oder einem selbstgenähten Waschbecken-Rock lässt sich der schwierige Platz unter dem Becken sinnvoll füllen. Am besten: erst die Säule genau ausmessen, dann den eigenen Bedarf ehrlich einschätzen und schließlich die Lösung wählen, die zum Design des Bades passt. So bleibt die schlanke Optik erhalten, und im Alltag findet trotzdem alles seinen Platz.